Tipico: Geld zurückfordern mit hoher Erfolgschance

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Auf Monitor-Anfrage heißt es nur ganz allgemein: "Behauptete Verstöße (…) werden durch die GGL geprüft." Zu konkreten Vorgängen in einzelnen Unternehmen äußere man sich grundsätzlich nicht.

Mann klagt gegen Tipico: 3718 Euro Verlust auch mit Sportwetten

Die Mehrheitsanteile wurden jetzt auch noch weiterverkauft. Für Regine Buchheim - Professorin für internationale Rechnungslegung an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin - ist der aufgekommene Verdacht nicht von der Hand zu weisen, auch wenn man die Gründe der "Umstrukturierung" von außen nicht beurteilen könne: "Der Abschluss belegt, dass das Tafelsilber - nämlich die Rechte des Internetauftritts, ein Teil des Kundenstammes, die Software und die Marke - an die Mutter übertragen worden sind. Und das kann ich ja nur einmal im Leben eines Unternehmens machen", so die Expertin gegenüber Monitor. mit der massiven Gewinnausschüttung - knapp 450 Prozent höher als im Vorjahr - also gezielt arm gemacht worden, um den Klageforderungen zu entgehen? Tipico-Chef Axel Hefer - gleichzeitig Aufsichtsratschef von Schalke 04 - hat ein Interview dazu abgelehnt.

Du willst etwas bewirken?

Schriftlich weist das Unternehmen den Verdacht, sein Geld vor den Klägern in Sicherheit bringen zu wollen, allerdings nicht ausdrücklich zurück. Tipico schreibt von "unlauteren Spekulationen", die man prinzipiell nicht kommentiere: "Die Ausschüttung von Dividenden unterschiedlicher Höhe, Umstrukturierungen sowie Rechtsgeschäfte zwischen unterschiedlichen Gesellschaften innerhalb einer Unternehmensgruppe sind gewöhnliche Vorgänge, die (…) in allen Wirtschaftssparten üblich sind. Sämtliche Transaktionen innerhalb der Tipico Gruppe werden extern überprüft und geschehen auf Basis geltenden Rechts." Aber warum gerade jetzt so viel Geld aus der in Deutschland beklagten Tipico-Tochter ausgeschüttet wurde - dazu macht Tipico keine Angaben. Der deutschen Aufsichtsbehörde - der Glücksspielbehörde der Länder (GGL) - sind diese Vorgänge bekannt. Wird sie die Tipico-Lizenz jetzt überprüfen? Ob Michael Keller und die anderen Kläger ihr Geld zurück bekommen werden, hängt nun erstmal am EuGH.

  • Der deutsche Markt ist durch den Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag (GlüNeuRStV) geregelt.
  • Die Aufsicht obliegt der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale).
  • Die Lizenzierung soll fairen Wettbewerb und legalen, kontrollierten Markt sicherstellen.
  • Illegale Anbieter ohne deutsche Lizenz werden von der GGL verfolgt und für Spieler gesperrt.

Und dann womöglich an der Frage, ob die "Tipico Co.

Sportwetten ohne Erlaubnis

So machten die Vertreter Belgiens, Portugals und Griechenlands deutlich, dass sie das deutsche Verbot von Online-Sportwetten für zulässig halten, da es dem Spieler- und Verbraucherschutz diene. Daran ändere auch ein möglicher Fehler im Lizenzvergabeverfahren nichts. Auch wenn der Wettanbieter eine Lizenz in Malta habe, sei ein EU-Mitgliedsstaat nicht verpflichtet, die Genehmigungen anderer EU-Staaten anzuerkennen. Auch die EU-Kommission äußerte sich in dieser Richtung. Das deutsche Verbot von Online-Sportwetten stehe im Einklang mit EU-Recht.

Bonuscodes & Gutscheine

Es diskriminiere keine Anbieter und treffe private wie staatliche Anbieter gleichermaßen. Am deutlichsten brachte es wohl der Generalanwalt des EuGH mit einer eher rhetorischen Frage auf den Punkt: Wenn ein EU-Mitgliedsstaat den Kokain-Verkauf legalisieren würde, müssten dann die anderen Mitgliedsstaaten den Kokain-Verkauf dulden, nur weil ein Fehler in einem Konzessionsverfahren unterlaufen ist? Zudem ließen auch die Richter am EuGH durch kritische Nachfragen Richtung Tipico durchblicken, dass sie das deutsche Verbot für rechtmäßig halten. Schließlich sei das Verbot bekannt gewesen und dennoch habe Tipico jahrelang ohne die erforderliche Erlaubnis Online-Sportwetten in Deutschland angeboten. Insgesamt zeichnete sich ab, dass der EuGH der Auffassung des BGH folgen wird, dass Online-Sportwetten in Deutschland ohne die erforderliche Lizenz verboten waren und sind.

Vertreter der Prozessgegner äußern sich

Dementsprechend können die Spieler ihre Verluste aus verbotenen Online-Sportwetten zurückverlangen. „Wir sehen unsere Position, dass Spieler ihre Verluste zurückfordern können, wenn der Sportwettenanbieter – ob Tipico oder andere – nicht über die notwendige Lizenz verfügte, gestärkt und blicken einer Entscheidung des EuGH noch zuversichtlicher entgegen“, so Rechtsanwalt Sittner. Der Generalanwalt wird seine Schlussanträge am 11. Dezember 2025 stellen. Mit einem Urteil des EuGH wird dann 2026 gerechnet. auf Malta überhaupt noch genug Geld hat. "Ihre Wette in sicheren Händen" - für Michael Keller klingt die damalige Tipico-Werbung mit Oliver Kahn mittlerweile wie Hohn.

Recht / Pflicht Beschreibung Gesetzliche Grundlage Praktische Umsetzung
Recht auf Information Klare Angaben zu Quoten, AGB, Spielerschutz § 4 GlüStV, BGB Zugängliche AGB, transparente Wettsteuer
Pflicht zur Identifikation Wahre Angaben bei Registrierung (Alter, Name) § 4a GlüStV Verpflichtende PostIdent/Videoident
Recht auf Selbstsperre Jederzeitige Sperre des Kontos (temporär/dauerhaft) § 6 Abs. 3 GlüStV Einstellung in Konto-Einstellungen, OASIS-Eintrag
Pflicht zur Steuererklärung Gewinne als sonstige Einkünfte (nur bei gewerblich) § 22 EStG (gewerblich) Private Gewinne steuerfrei, gewerbliche müssen erklärt werden
Beschwerderecht Beschwerde bei Anbieter & bei GGL einreichen Allg. Verbraucherschutzrecht Beschwerdeformular auf Tipico-Website & GGL-Portal

Kahn reagierte nicht auf eine Anfrage von Monitor. Mehrere tausend Spieler*innen haben Deutschlands größten Sportwettenanbieter Tipico verklagt. Der Vorwurf: Tipico soll jahrelang Sportwetten und Online-Glücksspiel ohne gültige deutsche Lizenz angeboten haben. Nach Schätzungen geht es um bis zu 150 Millionen Euro Schadenersatz. Doch nach MONITOR-Recherchen könnten viele Klagende selbst mit gültigen Urteilen leer ausgehen – durch Bilanzverschiebungen bei Tipico. Achim Pollmeier: "Kennen Sie noch diesen Mann? Oliver Kahn, der Titan, deutsche Torwart-Ikone der 90er und 2000er Jahre.

Urteil: Spieler erhält von Tipico Geld zurück

Mehrere Tausend Spieler haben Deutschlands größten Sportwettenanbieter Tipico verklagt und teils auch Urteile erwirkt. Doch nach Monitor-Recherchen könnte Tipico das Geld längst in Sicherheit gebracht haben. Seit seiner Kindheit ist der 48-jährige kaufmännische Angestellte Fan des FC Bayern München. Die deutsche Torwart-Ikone warb jahrelang für den Sportwettenanbieter Tipico. "Ihre Wette in sicheren Händen", versprach Kahn - und so begann Keller 2015 mit Sportwetten.

Fazit zum Bwin Wettangebot

Am Ende hatte er mit Sportwetten und Glücksspiel rund 80.000 Euro verloren. Jetzt will Keller (Name geändert) sein Geld vom größten deutschen Sportwettenanbieter zurück - und nicht nur er: "6.000 Klagen - eher mehr" gebe es, schätzt Rechtsanwalt Achim Görg aus Ludwigsburg. Er und andere Anwälte der Klagenden schätzen den Gesamtumfang der Klagen auf bis zu 150 Millionen Euro. Vor Gericht hat Michael Keller Recht bekommen. Der Vertrag sei "nichtig", denn als er wettete, hatte Tipico in Deutschland gar keine Lizenz für Sportwetten.

Bis 2022 ohne Lizenz – Tipico war lange illegal

Doch es gibt viele solcher Urteile, nicht nur gegen Tipico - denn zwischen 2012 und 2020 hatten die Anbieter von Online-Sportwetten und Online-Glücksspiel in Deutschland keine Lizenzen und es gab keinen umfassenden Spielerschutz. Tipico bestreitet, sich rechtswidrig verhalten zu haben- diese Frage werde durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklärt und man sehe dieser Klärung zuversichtlich entgegen, heißt es auf Anfrage des ARD-Magazins Monitor. Die Höhe des möglichen Schadens von 150 Millionen Euro kommentiert Tipico nicht - man habe dafür aber nach internationalen Standards Rückstellungen von "unter 10 Millionen Euro" gebildet. Also nicht einmal zehn Prozent der geschätzten Schadenssumme. Und viel mehr Geld ist in der beklagten Tipico-Gesellschaft offenbar auch gar nicht mehr vorhanden. Uns interessiert ein Unternehmen für das Kahn massiv geworben hat, nachdem er die Torwart-Handschuhe an einen ziemlich goldenen Nagel gehängt hat. Oliver Kahn: "Alle Kunden können sich sicher sein, dass ihre Wette bei Tipico und bei mir in absolut sicheren Händen ist." Und das ausgerechnet bei Sportwetten - also eigentlich Glücksspiel.

  • Spieler müssen sich mit der Videoidentifikation verifizieren, um ein Konto zu eröffnen.
  • Es gelten gesetzliche Einzahlungslimits, die monatlich voreingestellt sind.
  • Eine Sperrfunktion für Konten ist über die OASIS-Sperrdatei oder direkt beim Anbieter möglich.
  • Tipico ist verpflichtet, Spieler auf riskantes Spielverhalten hinzuweisen und Hilfsangebote zu verlinken.

Blöd nur, dass ausgerechnet zu der Zeit, als Kahn Werbung gemacht hat, Tipico und auch andere Anbieter - zumindest in Deutschland - gar keine Lizenz dafür hatten.

Alle Wettanbieter mit deutscher Lizenz:

Tipico sitzt im EU-Staat Malta und ist dort zurzeit noch sicher vor den Rückforderungen, denn Malta hat 2023 ein Gesetz erlassen, das zum Schutz der dortigen Glücksspielbranche maßgeschneidert ist: die so genannte "Bill 55". Danach werden Urteile ausländischer Gerichte gegen Glücksspielunternehmen und Sportwettenanbieter nicht vollstreckt. Die EU-Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Am Ende entscheidet der EuGH - und nach Einschätzung der Kläger stehen die Chancen nicht schlecht, dass er die "Bill 55"kippt. Zusammengefasst laufen also gerade zwei Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof, deren Ausgang für Tipico und andere Glücksspielanbieter sehr teuer werden könnten.

Lange Verjährungsfrist wahrscheinlich

Versucht Tipico deshalb, das Geld vor den Klägern in Sicherheit zu bringen? Genau diesen Verdacht hat etwa der Branchen-Insider Michael Schmitt von der Online-Plattform "Malta Media", der mit einer Kollegin die Bilanzen verschiedener Tipico-Gesellschaften analysierte. Er hat dabei einen Milliardenabfluss aus eben jener Tipico-Tochtergesellschaft entdeckt, die die deutsche Lizenz für Sportwetten hält - und gegen die sich die Klagen der Spielenden aus Deutschland richtet. "Uns ist ganz einfach aufgefallen, dass im Geschäftsbericht bet sportwetten heute fussball von 2024 sehr große Bewegungen waren", so Schmitt. Konkret geht es um die "Tipico Co.

Aktuelle Kurzmeldungen

", jenes Unternehmen der Tipico-Gruppe, das seit 2020 die deutsche Lizenz für Sportwetten hat. In deren Geschäftsbericht 2024 findet sich eine Dividendenausschüttung von 1,087 Milliarden Euro an die "Tipico Group" - also an die Muttergesellschaft. Das sei nicht illegal, betont Schmitt, aber: "Das deutet darauf hin, dass man hier versucht, eine leere Hülle zu hinterlassen, um zukünftigen Spielerverbindlichkeiten aus bestehenden Urteilen aus dem Weg zu gehen". Monitor hat den Weg der Milliardenausschüttung innerhalb des Firmengeflechts der Tipico-Gruppe nachvollzogen: Von der Muttergesellschaft - der "Tipico Group Ltd." in Malta wurde es offenbar an verschiedene Tipico-Gesellschaften in Luxemburg weitergereicht. Ein Großteil der Millionensumme wurde anschließend an die oberste Konzernmutter "CVC Capital Partners VII" auf Jersey weitergereicht. Die war und ist aber nun mal vorgeschrieben, um die Spielenden vor unfairen Angeboten oder auch einfach vor Suchtgefahren zu schützen.

  • Die Besteuerung der Wettgewinne erfolgt in Deutschland durch einen pauschalen Wettsteuerabzug von 5%.
  • Der Steuerabzug wird direkt vom auszahlbaren Gewinnbetrag vor der Auszahlung einbehalten.
  • Spieler müssen die Gewinne nicht in der eigenen Einkommensteuererklärung angeben.
  • Die Steuerpflicht gilt für Gewinne ab dem ersten Euro, es existiert kein Freibetrag.

Es geht um sehr viel Geld, mutmaßlich über 100 Millionen Euro. Aber bei Tipico ist offenbar nicht nur die Wette, sondern auch das Geld in sehr sicheren Händen. Das Unternehmen sitzt auf Malta - so eine Art Pirateninsel für die Glücksspielbranche. Und dort hat Tipico offenbar einen Weg gefunden, das Geld vor den Klagenden in Sicherheit zu bringen. Selbst dann, wenn Urteile ihnen Recht geben. Es ist etwas kompliziert, aber es lohnt sich, das zu verstehen. Es ist der größte Anbieter für Sportwetten in Deutschland - mit massiver Werbung: Werbespot Tipico: "Sicher dir bis zu 100,- Euro Neukundenbonus bei Tipico … weil du es spürst."