Chance oder Beeinflussung? Der Einfluss legalisierter Sportwetten auf die Leichtathletik
- Online-Sportwetten: Darum geht es
- Die Anfänge von online Sportwetten
- Nur wer sich im Bundesstatt befindet, kann auch zocken
- Hoffnung für Sportwettenverlierer
- Diese Regeln sollen künftig für Sportwetten gelten
- Die Buchmacher und ihr Angebot
- Sportwetten-Lizenz anderer EU-Staaten: Werden Anbieter geschützt?
Womöglich nicht, denn auch der Europäische Gerichtshof könnte sich noch mit der Thematik befassen.
- Potenzielle negative soziale Folgen wie Spielsucht
- Notwendigkeit strenger Altersverifikationssysteme
- Risiko der Beeinflussung von Sportergebnissen (Match-Fixing)
- Gefahr einer Normalisierung von Glücksspiel in der Gesellschaft
- Finanzielle Risiken für vulnerable Bevölkerungsgruppen
Die Anwälte aufseiten von Tipico appellierten am Donnerstag an den Senat, den Richtern und Richterinnen in Luxemburg die umstrittene Thematik vorzulegen. Der BGH hielt eine EuGH-Vorlage zu dem Thema bisher nicht für nötig. Die relevanten Fragen seien beantwortet, hieß es in dem Hinweisbeschluss vom April.
Online-Sportwetten: Darum geht es
Ein Urteil im Sinne der Spieler könnte eine große Strahlkraft haben, sagt Co-Gründer Hannes Beuck. «Wir gehen davon aus, dass die Masse der betroffenen Spieler, die gerade noch abwartet und beobachtet, dann ihr Geld zurückverlangen wird. Bislang tut dies nur ein Bruchteil der betroffenen Spieler.» Dem aktuellen Glücksspielatlas zufolge nahmen 2021 fünf Prozent der Bevölkerung an Sportwetten teil - eine Verdopplung innerhalb von zwei Jahren. Die Bruttospielerträge bei Sportwetten hätten 2022 bei 1,4 Milliarden Euro gelegen. Der Zuwachs bei Sportwetten sei seit deren Legalisierung im Herbst 2020 stark, heißt es weiter. In dem aktuellen Fall sei aber auch eine EuGH-Vorlage denkbar, erklärte Richter Koch am Ende der Verhandlung. Es gebe Fragen, die es in dem anderen Verfahren nicht gegeben habe. Und auch, wenn der BGH den Fall nicht dem EuGH vorlegt, könnten das noch andere Gerichte tun. «Nach dem BGH ist vor dem EuGH», sagte der prozessführenden Tipico-Anwalt Ronald Reichert vor der Verhandlung.
Die Anfänge von online Sportwetten
Dafür spricht Atlantic Citys Bürgermeister Marty Small Sr. gerne mit der deutschen Presse: "Sport- und Onlinewetten haben uns während der Pandemie enorm geholfen, und New Jersey ist sehr schnell zur Nummer eins der Sportwetten im Land geworden, und wir sind sehr froh darüber, dass Atlantic City viel damit zu tun hat." Rund 22.000 Menschen arbeiten in der Casino-Industrie in Atlantic City aktuell. Anfang 2000 waren es mehr als doppelt so viele. Schon oft sei Atlantic City abgeschrieben worden, aber immer größer und stärker zurückgekommen sagt Bürgermeister Small Sr. Beim Blick über seine Schulter aus seinem vollverglasten Büro auf die Stadt, klingt das aber mehr wie ein Wunsch als eine Tatsache.
Wäre mit einem BGH-Urteil das letzte Wort gesprochen?
Gegen Armut, Kriminalität, Drogen, schwindende Touristenzahlen – die Haupteinnahmequelle für die Casinos. Der Glanz der Strandpromenande entlang des stürmischen Atlantiks ist längst abgeblättert. Der Sportwetten-Hype kommt daher sehr gelegen. Rund 4,7 Milliarden US-Dollar an Einnahmen generierten die Casinos in ganz New Jersey 2021. 485 Millionen US-Dollar flossen davon in die Staatskasse. Die Rechtsfragen würden definitiv vom EuGH geklärt werden.
| Zeitraum | Erwartete Marktgröße (DE, in Mrd. € Umsatz) | Wachstumstreiber | Potenzielle Herausforderungen |
|---|---|---|---|
| 1-2 Jahre nach Einführung | 8 - 10 | Legalisationseffekt, neue Kunden | Anlaufschwierigkeiten, Aufbau der Aufsicht |
| 3-5 Jahre nach Einführung | 12 - 15 | Marktreifung, Mobile/In-Play-Wetten | Regulierungsanpassungen, Suchtprävention |
| 5+ Jahre nach Einführung | 15 - 20 | Innovation (z.B. VR, KI-gestützte Wetten) | Internationaler Wettbewerb, steigender Regulierungsdruck |
Haben Sie in den vergangenen Jahren bei Online-Sportwetten teilgenommen und Geld verloren? Oder haben Sie in Online-Kasinos Ihr ganzes Geld verspielt? Denn viele Anbieter von Sportwetten oder Online-Kasinos hatten gar keine gültige Lizenz, sodass sie illegal tätig waren.
| Argumentenkategorie | Konkretes Argument | Erwarteter Effekt |
|---|---|---|
| Verbraucherschutz | Bessere Kontrolle und Regulierung legaler Anbieter | Reduzierung von Betrug und unfairen Bedingungen |
| Staatsfinanzen | Generierung von Steuereinnahmen | Finanzierung von Sozial- und Sportprojekten |
| Bekämpfung illegaler Märkte | Ablenkung von Kunden von unregulierten Seiten | Schutz der Spieler, Rückgang des Schwarzmarkts |
| Wirtschaft & Innovation | Schaffung von Arbeitsplätzen in der IT- und Medienbranche | Wachstum eines regulierten Wirtschaftszweigs |
Sie haben gute Chancen, eine Rückerstattung Ihrer Verluste zu verlangen.
Nur wer sich im Bundesstatt befindet, kann auch zocken
Eine auf ihrem Gelände und eine online." New Jerseys Lösung: die Casinos bekommen die Wettlizenzen und Online-Anbieter dürfen ihre Sportwetten dann im Bundesstaat anbieten – müssen aber in irgendeiner Form in einem Casino präsent sein. Durch ein Café oder eine Bar etwa. "Sie dürfen nicht spielen oder ein Konto erstellen, bevor Sie nicht verifiziert sind." Wer über Wettanbieter, die ihre Angebote in New Jersey haben, zocken will, muss sich im Bundesstaat befinden. Ein Schritt mit dem Smartphone über Staatsgrenze und der Account ist blockiert. Rebuck und sein Team überwachen daher die Position eines Online-Wettaccounts im Bundesstaat auf den Meter genau.
Der Staat übernimmt keine Verantwortung für negative Folgen einer Wett-Legalisierung – über die die Daten zunächst einmal beunruhigend sind
Dass dieses Geschäftsmodell funktioniert, zeigt ein Blick in die Casinos von Atlantic City. Während sich an den klassischen Spielautomaten, Roulette- und Pokertischen nur ein paar Touristen versammeln, sind die Sportbars – meist direkt am Eingang gelegen – gut gefüllt. Bequeme Sessel, günstige Getränke, unzählige Bildschirme mit Fußball, Rennsport, Football, Rugby und vielem mehr. Gewettet wird mit dem Smartphone in der einen, dem Drink in der anderen Hand. Geredet wird wenig, schon gar nicht in Mikrofone von deutschen Journalisten. Online-Sportwetten waren in Deutschland eine lange Zeit komplett verboten. Die ersten Lizenzen in der Glücksspielbranche wurden im Oktober 2020 erteilt.
- Internationale Perspektive: Regulierung in Großbritannien (UKGC), USA und Australien
- Lernen aus Fehlern und Erfolgen anderer Jurisdiktionen
- Umgang mit Online-Wetten vs. stationären Wettbüros
- Regulierung neuer Wettformen wie Live-Wetten oder E-Sport-Wetten
- Zusammenarbeit zwischen nationalen Aufsichtsbehörden
Legalisiert wurden die Online-Sportwetten erst mit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags im Juli 2021.
Hoffnung für Sportwettenverlierer
Geld aus den Taschen der Spielerinnen und Spieler. Zwei Millionen Menschen sind in den USA spielsüchtig. Für 20 Millionen beeinflusst das Zocken auf negative Weise ihre Arbeit oder ihr Sozialleben, schätzen Suchtexperten vom National Council on Problem Gambling. David Rebuck ist daher der Überzeugung, dass der nächste Schritt mehr Kontrolle durch die Sportwettanbieter sein muss. Die könnten mit der Technologie hinter ihren Online-Angeboten genau beobachten, wer ein Spielproblem habe oder entwickle.
Wie verbreitet sind Sportwetten heute?
Rebuck will das in naher Zukunft zu einer der Voraussetzungen für Lizenzvergaben machen. Ob das so kommt, ist aber noch unklar. Und die Konkurrenz wird größer und größer. Denn seit 2018 haben mittlerweile 29 US-Bundesstaaten Online-Sportwetten legalisiert. Gezockt, verloren, geklagt - Immer wieder ziehen Spieler unerlaubter Sportwetten vor deutsche Gerichte, um Verluste zurückzuholen. Vor der Legalisierung waren bereits unzählige Anbieter in Deutschland illegal unterwegs. Nach wie vor haben viele Anbieter nicht die in Deutschland erforderlich Lizenz.
Diese Regeln sollen künftig für Sportwetten gelten
Ein verbraucherfreundliches Urteil des BGH könnte eine noch größere Klagewelle lostreten als ohnehin schon. Tausende ähnliche Verfahren laufen bereits an deutschen Gerichten. Das liegt auch daran, dass sich Kanzleien und einige Unternehmen auf diese Art von Klagen spezialisierten. Die Unternehmen vermitteln den Spielern Anwälte und übernehmen die Kosten der Rechtsverfolgung gegen eine Provision im Erfolgsfall. So auch das Unternehmen Gamesright, das in dem vorliegenden Fall dem Spieler seine Forderungen abgekauft hat und nun als Kläger gegen Tipico auftritt. Sollten also Verträge mit diesen Anbietern abgeschlossen worden sein, sind diese rechtlich unwirksam. Es besitzen momentan rund 31 Unternehmen eine gültige Lizenz. Unter diesen legalen Anbietern fallen etwa Tipico, Bwin oder bet-at-home. Andere Sportwettenanbieter, die keine Lizenz besitzen, sind illegal auf dem deutschen Markt tätig. In Deutschland müssen Glücksspielanbieter über eine deutsche Lizenz verfügen.
Die Buchmacher und ihr Angebot
Ein Urteil des BGH könnte eine noch größere Klagewelle lostreten. Wer vor Jahren bei unerlaubten Sportwetten falsch getippt hat, kann auf eine Rückerstattung der verspielten Wetteinsätze hoffen. Nachdem sich zahlreiche deutsche Gerichte mit ähnlichen Fällen beschäftigt haben, verhandelte am Donnerstag der Bundesgerichtshof (BGH) zu der Frage, ob ein Anbieter von Online-Sportwetten ohne gültige deutsche Lizenz die Verluste eines Spielers erstatten muss. Warum sich ein Urteil auf Tausende Fälle auswirken könnte und wieso die Zeichen für Spieler gut stehen - die wichtigsten Fragen und Antworten: Seit wann sind Sportwetten in Deutschland erlaubt? Bis Mitte 2012 sei es abgesehen von vereinzelten Fällen alter DDR-Lizenzen nur staatlichen Anbietern erlaubt gewesen, in Deutschland Sportwetten zu veranstalten, sagt Rechtsanwalt und Experte für Glücksspielrecht, Lennart Brüggemann.
Prozess stoppte Lizenzvergabe
«Das Problem war jedoch, dass es über acht Jahre nicht gelang, eine einzige Sportwettenkonzession an die interessierten privaten Anbieter zu erteilen», so Brüggemann. Grund waren Bedenken der Verwaltungsgerichte am behördlichen Verfahren. Anbieter blieben jahrelang in einem rechtlichen Schwebezustand. Erst 2020 erhielten die ersten die Lizenz. Am Donnerstag ging es am BGH um die Klage eines Mannes gegen den Wettanbieter Tipico. Lizenzen von anderen Ländern sind nicht ausreichend und haben in Deutschland keine Gültigkeit. Das hat bereits der Bundesgerichtshof und das Bundesverwaltungsgericht bestätigt.
Sportwetten-Lizenz anderer EU-Staaten: Werden Anbieter geschützt?
Der Mann hatte von 2013 bis 2018 an Sportwetten von Tipico teilgenommen und dabei mehr als 3700 Euro verloren, die er zurückverlangte. Seiner Ansicht nach waren die Sportwetten unzulässig und die Wettverträge unwirksam, weil der Anbieter nicht die erforderliche Erlaubnis der zuständigen deutschen Behörde hatte. Wann der BGH eine Entscheidung verkündet, blieb zunächst offen. Bislang hatte die Klage des Spielers keinen Erfolg. Das Landgericht Ulm argumentierte, Tipico habe zwar gegen Vorschriften des damaligen Glücksspielstaatsvertrags von 2012 verstoßen, die Wettverträge seien aber wirksam.
Sonderstellung bei Sportwetten-Lizenz: Das gilt in Schleswig-Holstein
Dass der BGH das anders sehen könnte, ging bereits aus einem Anfang April veröffentlichten Hinweisbeschluss zu einem ähnlichen Fall hervor, der den Spielern den Rücken stärkte. Auch wenn dieser Beschluss kein Urteil, sondern lediglich eine Einschätzung zur Vorbereitung der Parteien auf die mündliche Verhandlung war, rechneten Fachleute damit, dass er mehr oder weniger das geplante Urteil in dem damaligen Verfahren darstellte. Der Anbieter zog aber seine Revision zurück, bevor es zu einem Urteil kommen konnte. Auch in dem nun am BGH verhandelten Fall erklärte der Vorsitzende Richter des ersten Zivilsenats, Thomas Koch, am Donnerstag in Karlsruhe, der Senat neige nach vorläufiger Einschätzung dazu, bet wetten mit apple pay solche Verträge ohne sogenannte Konzession als nichtig anzusehen, auch wenn eine Erlaubnis zur Veranstaltung der Sportwetten schon beantragt worden war. Spieler könnten dann Anspruch auf eine Rückerstattung haben. Aber nicht nur gegen die noch heute illegalen Anbieter kann vorgegangen werden. Auch die Anbieter, die mittlerweile eine gültige Lizenz haben, könnten vor 2020 bereits auf dem deutschen Markt unterwegs gewesen sein.
- Vergleich der Regulierungsmodelle in EU-Ländern wie Deutschland, Österreich und Malta
- Das Staatsmonopol-Modell versus Lizenzierung privater Anbieter
- Rolle der Glücksspielaufsichtsbehörden (z.B. GGL in Deutschland)
- Unterschiedliche Besteuerungsmodelle für Wettsteuern
Sollten Verträge zu dieser Zeit abgeschlossen worden sein, sind diese ebenfalls unwirksam, sodass auch dahingehend Ansprüche bestehen. Die Verluste müssen lediglich vor der Lizenzierung entstanden sein. Die erhaltenen Lizenzen gelten nämlich nicht rückwirkend. Gegen einige Anbieter könnte eine Klage aber auch einige Probleme mit sich bringen. So sind gerade die kleineren Unternehmen aus anderen Ländern schwierig zu fassen, vor allem wenn diese einfach nicht zahlen.
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